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Kamala Harris: US-Präsidenschaftskandidatin 2024

May 19, 2026  Twila Rosenbaum  4 views
Kamala Harris: US-Präsidenschaftskandidatin 2024

Kamala Harris hat im Jahr 2024 als Präsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei Geschichte geschrieben – wenngleich mit einem bitteren Ende. Bei der US-Wahl am 5. November 2024 unterlag sie dem republikanischen Herausforderer Donald Trump. Trotz einer intensiven Kampagne und hohen Erwartungen konnte Harris nicht genügend Wähler überzeugen, um ins Weiße Haus einzuziehen. Dennoch bleibt ihre politische Laufbahn bemerkenswert: Von Januar 2021 bis Januar 2025 war sie die 49. Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten unter Präsident Joe Biden. Dabei war sie nicht nur die erste Frau in diesem Amt, sondern auch die erste afroamerikanische und erste asiatischstämmige Vizepräsidentin.

Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland, Kalifornien, geboren. Ihre Mutter, Shyamala Gopalan, war eine Krebsforscherin aus Indien, ihr Vater, Donald Harris, ein Wirtschaftswissenschaftler aus Jamaika. Schon früh prägten bürgerrechtliche Ideale ihr Leben. Sie besuchte die Howard University, eine der renommiertesten historisch afroamerikanischen Hochschulen, und studierte anschließend Jura an der University of California, Hastings. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie als Staatsanwältin im Alameda County, bevor sie 2003 zur Bezirksstaatsanwältin von San Francisco gewählt wurde. In dieser Position setzte sie sich für Reformen im Strafjustizsystem ein, darunter Programme zur Resozialisierung von Ersttätern.

Aufstieg zur Generalstaatsanwältin und Senatorin

Im Jahr 2010 wurde Harris zur Attorney General von Kalifornien gewählt – die erste Frau und erste Afroamerikanerin in diesem Amt. Als oberste Strafverfolgerin des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates machte sie sich einen Namen durch ihr Engagement gegen Wohnungskriminalität, Waffenhandel und Umweltvergehen. Trotz Kritik von links wegen ihrer harten Linie in bestimmten Fällen galt sie als pragmatische Juristin. 2016 kandidierte sie erfolgreich für den US-Senat und vertrat Kalifornien ab Januar 2017 in Washington. Im Senat gehörte sie mehreren Ausschüssen an, darunter dem Justizausschuss und dem Geheimdienstausschuss. Bekanntheit erlangte sie durch ihre pointierten Befragungen von Trump-Vertrauten und konservativen Richtern während Anhörungen.

Harris nutzte ihre Senatszeit, um Themen wie Gesundheitsversorgung, Einwanderung und soziale Gerechtigkeit voranzutreiben. Sie brachte Gesetze zur Entkriminalisierung von Marihuana ein und forderte eine Reform des Polizeiwesens nach der Tötung von George Floyd. 2019 bewarb sie sich selbst um die demokratische Präsidentschaftskandidatur, zog jedoch frühzeitig zurück, nachdem ihr die nötige Unterstützung fehlte. Joe Biden wählte sie im August 2020 zu seiner Running Mate, was als historischer Schritt gefeiert wurde. Nach dem Wahlsieg gegen Trump im November 2020 wurde Harris am 20. Januar 2021 als Vizepräsidentin vereidigt.

Vizepräsidentschaft und Herausforderungen

Als Vizepräsidentin übernahm Harris mehrere zentrale Dossiers: Sie sollte die Ursachen der Migration aus Mittelamerika bekämpfen, das Wahlrecht schützen und die Impfkampagne gegen COVID-19 vorantreiben. Besonders die Migrationspolitik blieb problematisch. Trotz ihrer Bemühungen stiegen die Zahlen an der Südgrenze, was Republikaner und sogar einige Demokraten kritisierten. In der Öffentlichkeit wirkte Harris oft zurückhaltend, ihr Team galt als zerstritten. Dennoch blieb sie eine wichtige Stimme in der Regierung – etwa, wenn es um das Recht auf Abtreibung oder die Bedrohung der Demokratie durch Trump-Anhänger ging.

Mit Bidens Entscheidung, nicht erneut zu kandidieren, wurde Harris im Sommer 2024 zur Spitzenkandidatin der Demokraten gekürt. Sie akzeptierte die Nominierung mit einer kämpferischen Rede, in der sie Trump als Gefahr für die amerikanische Verfassung bezeichnete. Ihre Kampagne konzentrierte sich auf Themen wie wirtschaftlichen Aufstieg, Klimaschutz und die Verteidigung demokratischer Institutionen. Harris gelang es, breite Unterstützung von Basisorganisationen und Prominenten zu gewinnen. Doch Trump, der nach seiner Niederlage 2020 auf Rachefeldzug ging, mobilisierte seine Basis mit aggressiven Parolen und Desinformationskampagnen.

Die Niederlage und ihre Folgen

Am Wahltag zeigte sich schnell, dass Harris in wichtigen Swing States nicht mithalten konnte. Trump gewann knapp, aber deutlich, und kehrte als 47. Präsident ins Weiße Haus zurück. Harris' Niederlage war ein herber Rückschlag für die Demokraten, die seither in einer tiefen Identitätskrise stecken. Die Partei verlor nicht nur das Präsidentenamt, sondern auch die Mehrheit im Senat. Umfragen zufolge sank die Zustimmung zu den Demokraten auf historische Tiefststände. Harris selbst zog sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurück, um ihr nächstes Kapitel zu planen.

Doch schon bald zeigte sie sich wieder kämpferisch. In einem Interview Ende 2025 erklärte sie, eine erneute Präsidentschaftskandidatur erwägen zu können. Diese Ankündigung spaltete die Partei: Die einen sehen in Harris die erfahrenste Kandidatin, die anderen mahnen, die Wunden der Niederlage seien noch frisch. Ihr Buch, das im September 2025 erschien, sorgte für Aufsehen, da sie darin ihre Zeit im Weißen Haus als frustrierend beschrieb und sich von Biden distanzierte. Gleichzeitig mied sie den Namen Trump auffällig – möglicherweise ein taktischer Schachzug für die Zukunft.

Harris' politische Zukunft bleibt ungewiss. Sie könnte 2028 erneut antreten, oder sich auf andere Ämter konzentrieren. Ihre Erfahrung als Senatorin, Generalstaatsanwältin und Vizepräsidentin macht sie zu einer der profiliertesten Persönlichkeiten der Demokraten. Doch die Partei muss sich neu erfinden, um wieder Wähler zu gewinnen. Harris könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen – oder von jüngeren Kräften wie Gavin Newsom verdrängt werden. Eines steht fest: Kamala Harris hat bereits Geschichte geschrieben, und ihre Reise ist noch nicht zu Ende.


Source: DIE ZEIT News


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