Robert De Niro, einer der größten Schauspieler aller Zeiten, bleibt auch mit 81 Jahren aktiv. 2025 präsentiert er gleich mehrere neue Projekte, die von einer politischen Netflix-Serie über einen Mafia-Film bis zu einem Kunst-Biopic reichen. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde er mit der Goldenen Ehrenpalme geehrt und nutzte die Bühne für politische Ansagen. Ein Überblick über De Niros aktuelles Schaffen und bewegtes Leben.
„Zero Day“ – De Niros Rückkehr ins Weiße Haus
Die wohl aufregendste Neuigkeit ist die Serie „Zero Day“ auf Netflix, die ab dem 20. Februar 2025 weltweit gestreamt wird. In der sechsteiligen Miniserie spielt De Niro einen ehemaligen US-Präsidenten, der nach einem verheerenden Cyberangriff zurück ins Weiße Haus gerufen wird, um die Täter zu entlarven. Die politische Dystopie erinnert an aktuelle Bedrohungen aus dem Netz und bietet De Niro die Gelegenheit, seine ganze Autorität als Staatsmann auszuspielen. Regie führte der erfahrene Filmemacher Eric Newman, der auch als Showrunner fungiert. Die Serie verspricht Spannung und eine düstere Vision der Zukunft, in der die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge verschwimmen.
Weitere Filmprojekte: Alto Knights und Jackson Pollock
Neben der Serie steht De Niro auch auf der großen Leinwand im Fokus. Im März 2025 startet „Alto Knights“, ein Mafia-Drama unter der Regie des Oscarpreisträgers Barry Levinson („Rain Man“). De Niro schlüpft gleich in zwei Rollen: Er spielt die legendären Mafiabosse Vito Genovese und Frank Costello, die in den 1920er Jahren das organisierte Verbrechen in New York prägten. Eine Doppelrolle, die sein schauspielerisches Können auf besondere Weise fordert. Der Film beleuchtet die Rivalität der beiden Bosse und ihre Verstrickungen in Politik und Justiz.
Ein weiteres ambitioniertes Projekt ist ein Biopic über den berühmten Maler Jackson Pollock (1912–1956). De Niro wird den exzentrischen Künstler darstellen, der für seine einzigartigen Drip-Paintings berühmt wurde. Der Film befindet sich noch in der Vorproduktion, soll aber Ende 2025 in die Kinos kommen. Es ist nicht das erste Mal, dass De Niro eine reale Persönlichkeit verkörpert – er spielte bereits den Gangster Al Capone in „The Untouchables“ und den Boxer Jake LaMotta in „Wie ein wilder Stier“.
Auftritt in Cannes: Goldene Palme und politische Worte
Im Mai 2024 war De Niro bei den Filmfestspielen in Cannes zu Gast, um die Goldene Ehrenpalme für sein Lebenswerk entgegenzunehmen. Das Publikum empfing ihn mit stehenden Ovationen. In seiner Dankesrede ließ er es sich nicht nehmen, deutliche Worte gegen den damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump zu richten. „Donald Trump möchte nicht nur die Stadt zerstören, sondern das Land. Und er könnte irgendwann die Welt zerstören“, sagte De Niro vor dem Gerichtsgebäude in New York, wo der historische Prozess gegen Trump stattfand. Diese politische Klarheit ist typisch für De Niro, der sich immer wieder öffentlich zu gesellschaftlichen und politischen Themen äußert.
In Cannes zeigte er sich auch mit seiner Lebensgefährtin Tiffany Chen auf dem roten Teppich, was für Schlagzeilen sorgte. Chen ist eine professionelle Kampfsportlerin und die Mutter von De Niros jüngster Tochter Gia, die 2023 geboren wurde. Der 80-jährige Schauspieler genießt das späte Vaterglück: „Es fühlt sich großartig an. Alles, was mich beschäftigt oder mir Sorgen macht, verschwindet einfach, wenn ich sie ansehe“, verriet er dem Magazin der Organisation AARP.
Karrierehöhen und -tiefen: Vom gefeierten Star zum Kritikerliebling
De Niros Karriere ist legendär. Der zweifache Oscar-Preisträger wurde mit Filmen wie „Der Pate II“ (1974) und „Wie ein wilder Stier“ (1980) für seine darstellerische Wucht gefeiert. Seine Zusammenarbeit mit Martin Scorsese in „Taxi Driver“, „GoodFellas“ oder „Casino“ prägte das Kino der 70er und 80er Jahre. Doch in den letzten zwei Jahrzehnten war seine Rollenauswahl nicht immer glücklich. Komödien wie „Dirty Grandpa“ oder „Immer Ärger mit Grandpa“ sowie Action-Thriller wie „Pfad der Vergeltung“ wurden von Kritikern verrissen und entsprachen nicht dem Niveau, das man von einem Schauspieler seines Kalibers erwartet.
Selbst B-Movies wie „Motel Room 13“ nahm De Niro an – angeblich aus finanziellen Gründen. Der britische „Telegraph“ schrieb 2023 zu seinem 80. Geburtstag: „De Niro hat in den letzten Jahren eine Reihe von Rollen angenommen, die weit unter seinem Talent liegen. Und dann gibt er in ihnen die schrecklichsten Vorstellungen.“ Doch mit der Nebenrolle in Martin Scorseses „Killers of the Flower Moon“ (2023) meldete sich De Niro eindrucksvoll zurück. Seine Darstellung des zwielichtigen Ranchers William Hale brachte ihm eine Oscar-Nominierung ein – die erste seit 2013 für „Silver Linings“. Kritiker waren besänftigt, und De Niro bewies einmal mehr, dass er auch im fortgeschrittenen Alter zu den besten Schauspielern zählt.
Privatleben und öffentliche Haltung: Familie und Social-Media-Verweigerung
De Niro war zweimal verheiratet: mit der Schauspielerin Diahnne Abbott (1976–1988) und mit dem Model Grace Hightower (1997–2018). Aus diesen Ehen stammen vier Kinder: Drena, Raphael, Elliot und Helen. Mit seiner Ex-Freundin Toukie Smith hat er die Zwillinge Aaron und Julian. Hinzu kommt die kleine Gia mit Tiffany Chen – insgesamt sieben Kinder. Trotz des turbulenten Privatlebens ist De Niro dafür bekannt, seine Familie weitgehend aus der Öffentlichkeit herauszuhalten.
Bemerkenswert ist seine ablehnende Haltung gegenüber sozialen Medien. De Niro nutzt weder Twitter noch Instagram und hat sich mehrfach kritisch über die Plattformen geäußert. „Wir leben in einer Zeit, in der so viele Lügen verbreitet werden, so viele Unwahrheiten, die wiederum unzählige weitere kleine Unwahrheiten zur Folge haben“, sagte er 2022 im Interview mit der Schweizer Zeitung „Blick“. Stattdessen pflegt er den direkten Austausch und nutzt traditionelle Medien für seine Botschaften. Politisch bleibt er aktiv: Neben Trump attackierte er auch die Republikaner insgesamt und warf ihnen vor, die Demokratie zu untergraben.
Ausblick 2025: Ein Star ohne Ruhestand
Mit über 80 Jahren zeigt Robert De Niro keine Anzeichen von Ermüdung. Die Serie „Zero Day“, die Filme „Alto Knights“ und das Pollock-Biopic – das sind nur die bekanntesten Projekte. Gerüchten zufolge plant er auch eine Zusammenarbeit mit dem französischen Regisseur Jacques Audiard. De Niro hat zwar angedeutet, dass er nicht mehr unzählige Filme drehen werde, aber ein kompletter Rückzug ist nicht in Sicht. Er bleibt einer der gefragtesten und faszinierendsten Schauspieler der Filmgeschichte – ein wandelndes Stück Kinogeschichte, das auch im Jahr 2025 noch für Gesprächsstoff sorgt.
Source: Kölner Stadt-Anzeiger News