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Zuckerberg, Bezos, Trump: Auf dieser Insel in Florida leben die Milliardäre

May 19, 2026  Twila Rosenbaum  4 views
Zuckerberg, Bezos, Trump: Auf dieser Insel in Florida leben die Milliardäre

Eine kleine Insel in Florida, riesige Vermögen: Der „Billionaire Bunker“ lockt mit viel Sonne und geringer Einkommenssteuer. Mark Zuckerberg bezahlte rund 170 Millionen US-Dollar für sein Anwesen. Jeff Bezos besitzt dort drei Immobilien. Die Rede ist vom Indian Creek Village in der Biscayne Bay vor Miami Beach – eine künstlich angelegte Insel, die nur rund 300 Hektar groß ist und zu den exklusivsten Wohngebieten der Welt zählt.

Das streng abgeschirmte Indian Creek Village wird auch als „Milliardärs-Insel“ oder „Billionaire Bunker“ bezeichnet. Zu den wenigen Bewohnern zählen absolute Spitzenverdiener und Prominente wie der ehemalige Football-Star Tom Brady, DJ David Guetta, Ivanka Trump und Jared Kushner sowie Amazon-Gründer Jeff Bezos. Unlängst kaufte sich auch Meta-Chef Mark Zuckerberg ein – für 170 Millionen US-Dollar.

Die Anziehungskraft der Steuervorteile

Die Insel in Florida verfügt über eine eigene Verwaltung und eine eigene Polizeieinheit, die rund um die Uhr sowohl zu Land als auch zu Wasser patrouilliert. Noch verlockender als Sonne, Wasser und die Nähe zu US-Präsident Donald Trump aber sind wohl die steuerlichen Anreize für „Ultra-Wohlhabende“ – vor allem aus Kalifornien, wo eine „Billionaire Tax“ geplant ist, eine einmalige Vermögenssteuer in Höhe von 5 Prozent für Vermögen über einer Milliarde Dollar. Der mächtige Investor Peter Thiel siedelte deshalb mit seinen Unternehmen zu Jahresbeginn nach Florida um.

Florida erhebt keine persönliche Einkommenssteuer, was insbesondere für vermögende Menschen attraktiv ist, die ihr Einkommen aus Kapitalerträgen oder Unternehmensgewinnen beziehen. Zudem gibt es im Bundesstaat keine Erbschaftssteuer. Diese steuerlichen Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass in den letzten Jahren zahlreiche Milliardäre von der Westküste an die Ostküste gezogen sind, genau genommen nach Florida, und viele von ihnen haben sich auf Indian Creek Island niedergelassen.

Historische Entwicklung der Insel

Indian Creek Island wurde in den 1920er Jahren künstlich aufgeschüttet, als Teil der Entwicklung der Biscayne Bay. Ursprünglich war die Insel als exklusives Wohngebiet für die wohlhabende Oberschicht von Miami gedacht. Das Indian Creek Village wurde 1939 offiziell als Gemeinde gegründet. Seitdem hat sich die Insel zu einem der begehrtesten und sichersten Wohnorte der Welt entwickelt. Die Insel hat etwa 90 Haushalte, aber die genaue Bevölkerung wird nicht offiziell veröffentlicht. Der Zugang zur Insel ist nur über eine einzige Brücke möglich, die von Polizei bewacht wird. Boote werden von Patrouillen überwacht.

Die Geschichte der Insel ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung von Miami verbunden. In den 1980er und 1990er Jahren zogen viele internationale Geschäftsleute und Prominente hierher, angezogen von der diskreten Atmosphäre und der Nähe zu den Finanzzentren Lateinamerikas. Die Insel wurde zum Symbol für globalen Reichtum und Kapitalflucht. In den letzten Jahren hat der Zustrom von Technologie-Milliarden aus dem Silicon Valley die Nachfrage nach Immobilien auf der Insel in die Höhe getrieben. Die Preise für Grundstücke haben sich seit 2020 mehr als verdoppelt.

Die Bewohner und ihr Reichtum

Die Liste der Bewohner liest sich wie ein Who-is-Who der globalen Superreichen. Neben Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und der Trump-Familie gehören auch der Hedgefonds-Manager Ken Griffin, der Unternehmer Carl Icahn und der Musikproduzent David Guetta zu den Eigentümern. Bezos besitzt gleich drei Anwesen auf der Insel, die er für insgesamt mehr als 200 Millionen Dollar erworben hat. Zuckerbergs Anwesen ist derzeit noch im Bau, soll aber ein modernes Anwesen mit futuristischer Architektur werden.

Laut einer Analyse von Forbes konzentriert sich auf der Insel ein Nettovermögen von über 200 Milliarden US-Dollar – mehr als das Bruttoinlandsprodukt von Chile oder Österreich. „Da wird dir schlecht. Nicht, weil man den Leuten ihren Reichtum nicht gönnt, sondern weil du verstehst, wie sehr sich Geld und Einflussmöglichkeiten in den Händen ganz, ganz weniger konzentriert“, sagte Markus Lanz kürzlich in seinem Podcast „Lanz + Precht“. Er fügte hinzu: „Mehr noch wird einem bewusst, dass das ganze Politikspektakel in den USA wohl nur darauf abziele, dass eine Frage nicht gestellt werde: Warum zum Teufel zahlt Ihr eigentlich nicht angemessen Steuern?“

Die Kritik an der Ansammlung von Reichtum auf Indian Creek Island ist nicht neu. Viele Ökonomen und Politiker sehen darin ein Symbol für wachsende Ungleichheit in den Vereinigten Staaten. Während die Milliardäre in ihren abgeschotteten Villen leben, fehlt in vielen Teilen des Landes Geld für öffentliche Schulen, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur. Der „Billionaire Bunker“ wird daher auch von manchen als Verkörperung eines Systems bezeichnet, das die Reichen immer reicher macht.

Die Sicherheitsvorkehrungen

Die Sicherheit auf Indian Creek Island ist extrem hoch. Die Insel hat eine eigene Polizeitruppe, die rund um die Uhr patrouilliert. Es gibt nur einen öffentlichen Zugang über die Brücke, die durch ein Tor kontrolliert wird. Jeder, der die Insel betritt, muss identifiziert werden. Die Polizei hat zudem Boote, die die Gewässer um die Insel überwachen. Privatvilla sind mit hochmodernen Sicherheitssystemen ausgestattet, darunter Überwachungskameras, Bewegungsmelder und Sicherheitsdienste. Die Bewohner können sich in einer Umgebung bewegen, die vor neugierigen Blicken und Eindringlingen geschützt ist.

Diese Sicherheitsmaßnahmen sind notwendig, denn die Bewohner sind ständig Ziel von Diebstählen, Erpressungen und anderen Gefahren. Die Diskretion der Insel ist einer ihrer größten Vorteile. Anders als in Beverly Hills oder Manhattan können die Milliardäre hier ein relativ normales Leben führen, ohne ständig von Paparazzi oder Fans belästigt zu werden. Indian Creek Village ist so etwas wie eine Festung für die Superreichen, ein Ort, an dem sie sich von der Außenwelt abschotten können.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Region

Die Ansiedlung von Milliardären auf Indian Creek Island hat auch positive Effekte auf die lokale Wirtschaft in Miami Beach. Die Reichen geben Geld für Dienstleistungen aus, beschäftigen Hausangestellte, Gärtner, Köche und Sicherheitspersonal. Die Immobilienpreise in der gesamten Region Miami sind gestiegen, was zu höheren Steuereinnahmen für die lokalen Gemeinden führt. Allerdings führt dies auch zu Gentrifizierung und Verdrängung ärmerer Bewohner. Die Mieten in den umliegenden Vierteln steigen von Jahr zu Jahr, und viele langjährige Bewohner von Miami können sich die Lebenshaltungskosten nicht mehr leisten.

Die Präsenz der Milliardäre hat auch dazu geführt, dass Florida als Wohnort für wohlhabende Amerikaner immer beliebter wird. Der Bundesstaat hat in den letzten Jahren massive Zuzüge von Steuerzahlern aus Kalifornien, New York und Illinois erlebt. Diese Entwicklung wird von den lokalen Regierungen begrüßt, da sie die Steuerbasis stärkt und Arbeitsplätze schafft. Gleichzeitig entsteht ein politischer Streit über die Frage, ob die Superreichen nicht mehr zur Finanzierung von öffentlichen Gütern beitragen sollten.

Der Immobilienmarkt auf Indian Creek Island ist einer der teuersten der Welt. Im Jahr 2025 wurden durchschnittlich 50 Millionen Dollar für ein Anwesen bezahlt. Die Grundstücksgrößen variieren zwischen einem und fünf Hektar, viele haben private Yachthäfen und Swimmingpools. Die Architektur der Villen reicht von mediterranen Stilen bis hin zu extrem modernen Glasbauten. Jedes Haus ist individuell geplant und spiegelt den Geschmack des Besitzers wider. Die Insel ist auch ein Ort der Innovation: Viele Häuser sind mit Solarenergie, Wasserrecycling und intelligenten Haussystemen ausgestattet.

Steuerliche Vorteile von Florida im Detail

Was genau macht die Steuerpolitik in Florida so attraktiv für Milliardäre? Florida erhebt keine Einkommenssteuer auf individueller Ebene. Das bedeutet, dass Einkünfte aus Kapitalerträgen, Dividenden oder Mieteinnahmen nicht besteuert werden. Unternehmen zahlen eine Körperschaftssteuer von nur 5,5 Prozent, eine der niedrigsten in den USA. Hinzu kommt, dass Florida keine Erbschaftssteuer erhebt und die Grundsteuern vergleichsweise niedrig sind. Der Bundesstaat legt einen großen Teil seiner Einnahmen auf Umsatzsteuer und Grundsteuern um, was die Reichen im Verhältnis weniger belastet.

Im Gegensatz dazu planen Bundesstaaten wie Kalifornien und New York eine „Billionaire Tax“, die eine Steuer von bis zu 5 Prozent auf Vermögen über einer Milliarde Dollar vorsieht. Diese Steuer soll dazu dienen, soziale Programme zu finanzieren und die wachsende Schere zwischen Arm und Reich zu schließen. Allerdings führte dies zu einer Abwanderung von Milliardären nach Florida. Einige der größten Steuerzahler Kaliforniens haben ihre Firmensitze nach Miami verlegt, darunter Peter Thiel, Keith Rabois und andere aus der Tech-Branche.

Die Steuersparnisse für einen Milliardär, der nach Florida umzieht, sind astronomisch. Bei einem Vermögen von 10 Milliarden Dollar könnte eine Vermögenssteuer in Kalifornien jährlich 500 Millionen Dollar betragen. In Florida fallen dafür nur lokale Grundsteuern an, die einen Bruchteil dessen ausmachen. Diese finanziellen Anreize sind so überwältigend, dass viele Milliardäre bereit sind, den sozialen und politischen Druck zu ignorieren, der mit einem Umzug nach Florida verbunden ist.

Allerdings gibt es auch Kritik an dieser Entwicklung. Viele Ökonomen argumentieren, dass die Steuersparnisse nicht nur zu einer Verlagerung von Steuerbürden auf die Mittel- und Unterschicht führen, sondern auch die Finanzierung öffentlicher Güter in den abwandernden Bundesstaaten untergräbt. Die Bundesstaaten, die ihre Milliardäre verlieren, müssen entweder höhere Steuern für andere erheben oder ihre öffentlichen Dienstleistungen kürzen. Dies verschärft die regionale Ungleichheit innerhalb der USA.

Politische Verbindungen und Einflussnahme

Indian Creek Island ist nicht nur ein Rückzugsort für Milliardäre, sondern auch ein Ort der politischen Macht. US-Präsident Donald Trump selbst ist kein Bewohner der Insel, aber seine Tochter Ivanka und ihr Ehemann Jared Kushner haben dort ein Anwesen. Donald Trump besitzt das berühmte Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach, etwa 100 Kilometer nördlich. Dennoch hat die Insel enge Verbindungen zu politischen Kreisen. Viele Bewohner sind wichtige Geldgeber für politische Kampagnen, sowohl republikanische als auch demokratische.

Die Nähe zur Macht ist einer der Gründe, warum sich Milliardäre auf der Insel niederlassen. Sie können in exklusiven Kreisen verkehren, politische Entscheidungen beeinflussen und Lobbyarbeit betreiben. Die Insel hat einen eigenen Golfclub und mehrere Restaurants, in denen man informelle Treffen abhalten kann. Diese Netzwerke sind für die Geschäfte der Milliardäre von großem Wert. Viele von ihnen haben ihre Unternehmen auch nach Miami verlegt, um von der niedrigen Steuerlast und den geschäftlichen Möglichkeiten zu profitieren.

Die Konzentration von Reichtum auf Indian Creek Island ist ein Paradebeispiel für die sogenannten „Steueroasen in den USA“. Floridas Steuerpolitik wird immer wieder von Kritikern als Wettbewerb nach unten bezeichnet, der anderen Bundesstaaten schadet. Die Bewohner der Insel verteidigen sich oft mit dem Argument, dass sie durch ihre Investitionen und Arbeitsplätze der Wirtschaft nützen. Allerdings zeigt eine Studie der University of California, dass die Abwanderung von Milliardären kaum positive Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft hat, sondern nur die Vermögenskonzentration noch weiter verstärkt.

In Zukunft wird die Debatte über Steuergerechtigkeit in den USA voraussichtlich weiter zunehmen. Mehrere Bundesstaaten erwägen ähnliche Vermögenssteuern wie Kalifornien, um die Abwanderung zu stoppen. Auf Bundesebene gibt es Vorschläge für eine Millionärssteuer oder eine noch schärfere Regulierung von Steuerschlupflöchern. Indian Creek Island wird dabei wohl immer ein Symbol bleiben – für die Extreme des Kapitalismus und die Frage, wie viel Ungleichheit eine Gesellschaft tolerieren kann.

Die Insel hat sich zu einem Brennglas entwickelt, das die Debatten über Reichtum, Steuern und Macht in den USA bündelt. Während die Bewohner sich in Sicherheit und Komfort wiegen, beobachten viele Amerikaner mit Sorge, wie der Reichtum immer weiter an der Spitze konzentriert wird. Die Frage, ob die Superreichen ihren gerechten Anteil an Steuern zahlen, bleibt unbeantwortet. Der „Billionaire Bunker“ ist ein stummer Zeuge dieser Spannungen – ein Ort, der zeigt, wie viel Geld sich auf engstem Raum ansammeln kann.


Source: Merkur News


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